| Ersttrimesterscreening

Die meisten Kinder sind bei der Geburt
normal und gesund. Dennoch sind fast alle Eltern besorgt um den
Zustand ihres ungeborenen Kindes. Mit zunehmendem Alter der Mutter
steigt das Risiko für einige Chromosomenstörungen, wie
das Down Syndrom ( Trisomie 21 ). Während beispielsweise bei
einer 25-Jährigen das Risiko bei 1:1351 liegt, steigt es im
Lebesalter von z.B.37 Jahren auf 1:216. Dass bedeutet, dass bei
jeder 216.te Schwangerschaft einer 37-jährigen mit einer angeboreren
genetischen Störung gerechnet werden muss.
Fruchtwasseruntersuchung und andere Eingriffe sind jedoch nicht
ohne Risiken für das Ungeborene, so dass eine möglichst
genaue individuelle Einschätzung erwünscht wird. Viele
Frauen und Paare orientieren sich deshalb bei der Entscheidung für
oder gegen eine invasive Pränataldiagnostik nicht mehr alleine
an der mütterlichen Altersgrenze von 35 Jahren.
Zwischen 11 und 14 Schwangerschaftswochen kann sich bei vielen gesunden
Feten vorübergehend eine Wasseransammlung (Ödem) unter
der Haut des Nackens bilden. Dieses sogenante Nackenödem (Nackentransparenz)
kann man mit Ultraschall messen. Eine vergrößerte Nackentransparenz
bedeutet ein höheres Risiko für das Vorliegen einer Chromosomenstörung
bzw. einer Fehlbildung.
In Kombination mit einer zusätzlichen mütterlichen Blutuntersuchung
(PAPP-A und freies Beta-HCG) können die Aussagekraft der Ultraschalluntersuchung
weiter verbessert und so immerhin mehr als 90% der fehlerhaften
Chromosomensätze erkannt werden. Eine sinnvolle Ergänzung
zur Auffindung von Neuralrohrdeffekten („offener Rücken“)
ist die AFP-Bestimmung (Alpha-Feto-Protein) in der 16.–18.
SSW.
Die Messung
setzt neben Zeit und Erfahrung des Untersuchers ein hochauflösendes
Ultraschallgerät voraus, das Angaben in Zehntelmillimetern
gestattet. Die erforderliche Software zur Risikoermittlung wird
nach einem strengen Zertifizierungs- und Prüfungsverfahren
zur Verfügung gestellt. Begleitende qualitätssichernde
Maßnahmen unterstützen die Einhaltung eines hohen wissenschaftlichen
Standards. Die
Untersuchung kann zeitaufwendig sein und in seltenen Fällen ist
dieses Zeichen bei ungünstiger Lage des Feten oder extrem kräftigen
mütterlichen Bauchdecken auch ggf. nicht darstellbar.
Auch das Ersttrimesterscreening kann
nur eine, allerdings recht gute, Risikoeinschätzung darstellen.
Ein sicherer Ausschluß und damit definitive Sicherheit läßt sich
derzeit nur durch eingreifendere Verfahren wie die Fruchtwasserpunktion
(Amniozentese) oder die Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen (Chorionzottenbiopsie)
erreichen.
Die Kosten des Ersttrimesterscreenings
sind keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen. Die
Kosten belaufen sich auf ca.150,- EURO.
Das Bild demonstriert die Messung der Nackenfalte. Die beiden Pfeile
weisen auf die in diesem Beispiel völlig unauffällige
Nackenfalte von 1.7 mm hin. Der kleine Einzelpfeil weist auf Nase
und Gesicht des Kindes.
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