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Dr.med.
Chr.Helligrath
Praxis für
Frauenheilkunde und Geburtshilfe
in Essen
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Der HPV - Test:
Mehr Sicherheit gegen Gebärmutterhalskrebs
Eine der häufigsten Krebserkrankungen der Frau - durch eine Virusinfektion
?
Es ist heute unbestritten, daß bei der Entstehung des Gebärmutterhalskrebses
die Infektion mit einem Virus, dem humanen Papillom Virus (HPV) maßgeblich mitbeteiligt ist. Dieses Virus,
daß in über 90% bei Gebärmutterhalskrebsen nachgewiesen werden kann, ist eine sexuell übertragbare
Erkrankung. Allerdings kann eine Infektion mit dem HPV-Virus Jahre zurückliegen, ohne ihren krankmachenden
Wirkungsmechanismus zu entfalten. Dieser tritt erst durch eine Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems
auf. Folgende Faktoren wirken dabei begünstigend:
- zusätzliche Infektionen mit anderen
Viren oder Bakterien
- das Rauchen
- psychische Dauerbalstungen
(Streß)
Es gibt 2 Gruppen von HPV-Viren. Die erste Gruppe sind
die sog. "low-risk-HPV-Typen", (Typen 6,11,42,43 und 44) die sich
weniger aggressiv zeigen, eine Wachstumsstörung der Zellen verursachen, sich jedoch meistens wieder zurückbilden. Die zweite Gruppe sind die sog. "high-risk-HPV-Typen" (Typen
16,18,31,33,35,39,45,51,52,56,58,59 und 68), welche eine ausgeprägte Wachstumsstörung der Zellen verursachen und ohne Behandlung zu
Krebs führen können. Allerdings entwickeln nur 2-5-8 % aller Infizierten langfristig HPV-assoziierte Zellveränderungen
bis hin zum Gebärmutterhalskrebs, welcher der häufigste HPV-assozierte Krebs im
Genitalbereich ist. Krebserkrankungen im Bereich der Analschleimhaut gelten ebenfalls als HPV-assoziiert. Bei der weit überwigenden
Mehrzahl der mit HPV infizierten Patienten ist ein intaktes Immunsystem
in der Lage, die Infektion zu kontrollieren und sogar zu eliminieren.
Es besteht neuerdings die Möglichkeit, mit Hilfe einer molekularbiologischen
Methode die Infektion mit HPV-Viren nachzuweisen und die verschiedenen Typen zu differenzieren. Das Zellmaterial
für diesen Test wird mit einem Watteträger wie bei einer Krebsvorsorgeuntersuchung entnommen. Bei einem
Nachweis mit den aggressiveren high-risk-HPV-Typen werden die Kontrolluntersuchungen in kürzeren Abständen
durchgeführt, denn auch die gefährlicheren Veränderungen haben ein unterschiedliches Entwicklungstempo.
Erst bei einer ausgeprägten Gewebsumwandlung ist ein kleiner, meist ambulant durchzuführender Eingriff
notwendig.
Eine HPV-Infektion, incl.der Bildung
von Genitalwarzen, kann bei jedem sexuell aktiven Menschen auftreten.
Unabhängig vom Alter, der Rasse oder der sozialen Schicht. Dies
betrifft sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare. Selten
können sich auch Säuglinge bei der Geburt über die Mutter infizieren.
Da manchmal eine lange Zeit vergeht, bevor sichtbare Warzen auftreten,
können auch Menschen mit dem HPV-Virus infiziert sein, die schon
lange nicht mehr sexuell aktiv sind. Genitalwarzen können 3 Wochen
bis 1 Jahr nach dem sexuellen Kontakt mit einer infizierten Person
auftreten. Es kann auch sein, daß sich überhaupt keine Krankheitssymptome
zeigen. Es kann also nicht genau festgestellt werden, wann und wo
Sie sich mit dem HPV-Virus infiziert haben. Dies erklärt auch, warum
Ihr Sexualpartner evtl.nicht infiziert ist.
Bei einem auffälligen Krebsabstrich (PAP) oder auffälliger Lupenbetrachtung
des Gebärmutterhalses (Kolposkopie) wird dies Untersuchung auf HPV-Viren bereits vielfach zusätzlich zum Krebsabstrich
durchgeführt.
Ist ihr Krebsabstrich aber unauffällig, so haben Sie dennoch die Möglichkeit (außerhalb der Leistungen Ihrer gesetzlichen
Krankenversicherung) selbst zu bestimmen, ob diese Untersuchung bei Ihnen durchgeführt werden soll (Screening).
Die Suche nach HPV High-Risk Viren kostet ca. 50,- EURO. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, die Qualität
ihres Krebsabstriches durch die Anwendung der sog.ThinPrep
- Technik zu verbessern.
Im Falle eines positiven HPV-Tests
ist es nun besonders wichtig, daß alle 3 bis 4 Monate ein Krebsabstrich
beim Frauenarzt bzw. Frauenärztin durchgeführt wird, um die 2-8%
der Patientinnen herauszufiltern, bei denen sich Zellveränderungen
entwicklen werden. Außerdem sollte der Lebensstil auf schädigende
Faktoren wie das Rauchen, Streß, Schlafmangel abgeklopft werden
um diese anschließend möglichst auszuklammern. Wie zuvor bereits
erwähnt kann ein gesundes Immunsystem eine HPV-Infektion Jahre
bzw. Jahrzehnte lang unter Kontrolle halten oder sogar wieder eliminieren.
In 90-95% gelingt dies dem Immunsystem erfolgreich. Leider
gibt es derzeit keine spezifische Therapie, um die HPV-Viren zu
entfernen. Die wünschenswerte HPV-Impfung
junger Menschen vor Aufnahme sexueller Kontakte steht seit Ende
2006 endlich zur Verfügung. Zur Vermeidung einer weiteren Übertragung
wäre die Anwendung von Kondomen sinnvoll. Nur im seltenen Fall von
wiederholt auffälligen Krebsabstrichen (PAP) sind weitergehende Therapien erforderlich.
Eine Untersuchung des Sexualpartners ist bei nachgewiesener HPV-Infektion
der Frau durchaus sinnvoll, da HPV grundsätzlich durch Sexualkontakte
übertragen wird. So besteht auch die Möglichkeit wechselseitiger
Neuansteckung. Ähnlich wie am Muttermund der Frau wird bei
der urologischen Untersuchung zunächst nach Hautveränderungen
im Sinne von Feigwarzen gefahndet werden. Anschließend wird
am Penis bzw. an der Eichel ein sogenannter Essigsäuretest
gemacht. Hierzu wird eine mit 5%-iger Essigsäure getränkte
Kompresse für einige Minuten auf die Eichel gelegt. Anschließend
können weißliche Verfärbungen Hinweise geben auf
versteckte HPV bedingte Veränderungen. Therapeutisch bestehen
unterschiedliche Ansatzmöglichkeiten. Feigwarzen sollten chirurgisch
oder durch Laseranwendung abgetragen werden. Bei flächigen
Veränderungen besteht ebenfalls die Möglichkeit Laserstrahlen
anzuwenden. Ggf. kommen auch Kälteanwendungen oder lokale Medikamentengaben
in Frage.
Zusammenfassend formuliert:
Die HPV-Infektion ist sehr häufig !
Die HPV bedingte Erkrankung sehr selten !
Einen
Informationsfilm zur gynäkologischen Krebsvorsorge finden Sie
hier.
Weiterführende
Links zum Thema HPV:
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