| Was bedeutet
das Ergebnis der
Krebsvorsorgeuntersuchung (PAP) ?
Im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchungen
werden 2 Zellabstriche mit dünnen Wattetupfern vom Gebärmutterhals
entnommen, fixiert, in einem Institut für Zelluntersuchungen
gefärbt und anschließend auf Zellveränderungen bzw.Krebsvorstufen
untersucht. Zunächst wird unter Sicht ein Abstrich von der
äußeren Oberfläche des Gebärmutterhalses entnommen. Anschließend
wird ein weiterer Abstrich aus dem Inneren des Gebärmutterhalskanales
entnommen. Dieser zweite Abstrich wird manchmal als etwas
unangenehm empfunden. Ergänzt wird die Entnahme des Krebsvorsorgeabstriches
durch die Kolposkopie
und bei entsprechenden Hinweiszeichen durch die Entnahme des
HPV-Abstriches.
Die Ergebnisse des Zellabstriches
werden nach dem griechischen Arzt Papanicolaou in verschiedene
Gruppe eingeteilt. Nach seinem Namensgeber wird der Abstrich
kurz PAP-Test genannt. Der Test wurde bereits 1943 entwickelt. Neuer Techniken
wie das ThinPrep
Verfahren erlauben eine verfeinerte Diagnostik.
Die unterschiedlichen Befunde
mit den daraus resultierenden diagnostischen oder therapeutischen
Empfehlungen sehen Sie hier:
| PAP-Gruppe |
Bedeutung |
Empfehlung |
| 0 |
Technisch unbrauchbar |
Sofortige Wiederholung |
| I |
Normales Zellbild |
Jährliche Kontrolle |
| II |
Entzündliche
oder degenerative Zellveränderungen |
Keinerlei Krebsverdacht,
ggf.Abstrichkontrolle nach Entzündungsbehandlung |
| II - W |
Entzündliche
oder degenerative Zellveränderungen, die eine definitive
Einteilung als gutartig nicht zulassen |
Abstrichkontrollen
in 3-6 Monaten ggf.nach Entzündungsbehandlung oder nach den Wechseljahren nach Vorbehandlung mit hormonhaltigen
Scheidenzäpfchen (wenn möglich in ThinPrep-Technik) |
| II - W(K) |
Hinweise auf
eine HPV-Infektion ohne Zellveränderungen |
Abstrichkontrolle
in 3 Monaten (wenn möglich in ThinPrep-Technik) |
| III D |
Nachweis von
Zellen mit leichter bis mittelschweren Zellveränderungen |
Abstrichkontrolle
in 3 Monaten (wenn möglich in ThinPrep-Technik) Besteht der Befund länger als 6 Monate sollte
eine feingewebliche Untersuchung durchgeführt werden. |
| III |
Schwere Zellveränderungen,
Bösartigkeit nicht auszuschließen |
Je nach klinischem
und kolposkopischem Befund
Kontrollabstrich in 3 Monaten (wenn möglich in ThinPrep-Technik) oder sofortige feingewebliche
Untersuchung |
| IV A |
Schwere Zellveränderungen |
Sofortige feingewebliche
Untersuchung |
| IV B |
Schwere Zellveränderungen,
Frühform eines Gebärmutterhalskrebses nicht auszuschließen |
Sofortige feingewebliche
Untersuchung |
| V |
Zellen eines
bösartigen Gebärmutterhalskrebses |
Sofortige feingewebliche
Untersuchung mit entsprechender operativer- oder Strahlentherapie |
Ergibt sich aufgrund eines auffälligen
Krebsabstriches (PAP III, III-D,IV) die Notwendigkeit der
Durchführung einer feingeweblichen Untersuchung, bedeutet
dies oft die Empfehlung zur Konisation. Hierbei wird in einer
kurzen Vollnarkose eine kegelförmige Gewebescheibe vom Gebärmutterhals
entfernt. Verschiedene Techniken stehen hierbei zur Verfügung.
Es existiert die Messerkonisation mit einem Skalpell, die
Laser-Konisation oder die Konisation mit einer elektrischen
Schlinge. Dieser Kegel enthält dann die Auffälligkeiten tragenden
Zellen enthalten. Ein Eingriff, der durchaus ambulant in einer
Kurznarkose durchgeführt werden kann. Sind durch diesen Eingriff
alle Bereiche mit Zellveränderungen entfernt, brauchen anschließend
lediglich regelmäßig weitere Zellabstrichentnahmen durchgeführt
werden.
Befinden sich die Auffälligkeiten
komplett im Bereich der sichtbaren Oberfläche des Gebärmutterhalses
(Kolposkopie), kann therapeutisch auch über eine sogenannte Laservaporisation
nachgedacht werden. Hierbei wird, nach vorheriger feingeweblichen
Sicherung der Diagnose durch mehrere, repräsentative, kleine
Gewebeproben, die Oberfläche des Gebärmutterhalses mit einem
CO2-Laser vaporisiert. Das bedeutete, daß die oberflächliche
Gewebeschicht mit den zuvor diagnostizierten Zellveränderungen
destruiert, d.h.zerstört wird. Auch diese Art von Behandlung
kann ambulant in einer Kurznarkose durchgeführt werden.
Im seltenen Falle der Diagnose eines Gebärmutterhalskrebses
sind selbstverständlich weitere therapeutische Maßnahmen unumgänglich.
Einen
Informationsfilm zur gynäkologischen Krebsvorsorge finden
Sie hier.
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